"Darmkrebsvorsorge rettet Leben" - unter diesem Motto engagieren sich Magen-Darm-Spezialisten seit Jahren im Saarland wie auch bundesweit für eine möglichst flächendeckende Nutzung der präventiven Darmspiegelung. Zahlreiche klinische Studien belegen die hohe Trefferquote der Koloskopie bei der Entdeckung von sogenannten Darmpolypen, die sich zu bösartigen Vorstufen des Darmkrebs entwickeln können. Eine im Saarland vom deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) durchgeführte Studie hat sich mit der Frage befasst, inwieweit sich diese Ergebnisse auch im allgemeinen Bevölkerungsschnitt bestätigen. Professor Hermann Brenner vom DKFZ hat dazu zusammen mit anderen Wissenschaftlern 3300 Saarländer in die Studie einbezogen, die an dem gesetzlichen Programm zur Darmkrebs-Früherkennung, dem sogenannten „Screening“, teilgenommen haben. Alle Teilnehmer wurden danach gefragt, ob sie in den letzten zehn Jahren vor der Screening-Koloskopie bereits eine Darmspiegelung haben vornehmen lassen.
Die Ergebnisse der Forscher zeigen deutlich den Nutzen der Untersuchungsmethode. Bei den Probanden, die bereits früher eine Koloskopie hatten vornehmen lassen, zeigten sich signifikant weniger fortgeschrittene Krebsvorstufen als bei jenen, die sich erstmalig koloskopieren ließen. So wurden bei 11,4 Prozent der erstmalig Untersuchten fortgeschrittene Krebsvorstufen entdeckt, bei denjenigen, die eine schon zuvor eine Darmspiegelung hatten, waren es dagegen nur 6,1 Prozent. Die Wissenschaftler untersuchten auch das Auftreten fortgeschrittener Krebsvorstufen bezogen auf die verschiedenen Bereiche des Dickdarms. Dabei haben sie herausgefunden, dass im linken oder auch „absteigenden“ Darmabschnitt, dem letzten Teil vor dem Enddarm (wo Krebs besonders häufig auftritt), bei den Studienteilnehmern mit wiederholter Darmspiegelung 66 Prozent weniger fortgeschrittene Krebsvorstufen entdeckt wurden, als bei der Gruppe ohne vorangegangene Koloskopie.
Quelle: Pressemitteilung des DKFZ
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